Welche Herausforderungen siehst du aktuell bei Kundinnen und Kunden im Bauhauptgewerbe?
Noël Lanker: Die Unternehmen im Bauhauptgewerbe stehen heute vor verschiedenen Herausforderungen. Der anhaltende Preis- sowie Konkurrenzdruck zwingt sie dazu, ihre Prozesse laufend zu optimieren und effizienter zu werden. Gleichzeitig sehen wir in vielen Unternehmen nach wie vor einen grossen Digitalisierungsbedarf. Zahlreiche Abläufe erfolgen noch manuell oder analog, Prozesse sind innerhalb der Unternehmen unterschiedlich organisiert und teilweise historisch gewachsen. Hinzu kommt, dass sowohl die Unternehmen selbst als auch die Bauprojekte immer grösser und komplexer werden. Damit steigen die Anforderungen an durchgängige, einheitliche Prozesse und an eine zentrale Datenbasis. In der Praxis treffen wir jedoch häufig auf gewachsene IT-Landschaften mit zahlreichen Fremdsystemen und Insellösungen anstatt auf eine integrierte ERP-Lösung. Digitalisierung ist dabei längst nicht mehr nur eine Frage der Effizienz. Moderne und einfach nutzbare Systeme tragen auch zur Attraktivität als Arbeitgeber bei, insbesondere für jüngere Mitarbeitende, die digitale Arbeitsweisen erwarten. Gleichzeitig müssen Unternehmen sicherstellen, dass neue und bestehende gesetzliche Vorgaben zuverlässig in ihren Prozessen abgebildet und eingehalten werden können.
Welche Anforderungen stellen Unternehmen im Bauhauptgewerbe an eine Business Software?
Unternehmen erwarten heute eine Business Software, welche ihre Prozesse möglichst durchgängig und ohne Medienbrüche abbildet. Entscheidend ist dabei, dass nicht einzelne Funktionen isoliert betrachtet werden, sondern dass die gesamte Wertschöpfungskette von der Kalkulation und Offerte über die Projektabwicklung und Ressourcenplanung bis hin zur Leistungserfassung, Abrechnung und Finanzbuchhaltung in einer integrierten Lösung unterstützt wird. Gleichzeitig muss eine moderne Lösung flexibel genug sein, um die unterschiedlichen Anforderungen sowie Prozesse eines Bauunternehmens abzubilden und mit dem Unternehmen mitzuwachsen. Die Lösung muss Transparenz über Projekte, Kosten, Ressourcen und Ergebnisse schaffen, um fundierte Entscheide treffen zu können. Immer wichtiger werden zudem einfache und mobile Anwendungen für Mitarbeitende auf der Baustelle. Digitale Prozesse müssen dort funktionieren, wo die Arbeit stattfindet, und für die Anwenderinnen und Anwender möglichst intuitiv nutzbar sein. Nicht zuletzt erwarten Unternehmen Investitionssicherheit. Eine Business Software muss laufend weiterentwickelt werden, gesetzliche Anforderungen zuverlässig abbilden und neue technologische Möglichkeiten integrieren. Dazu gehören zunehmend auch Automatisierung und künstliche Intelligenz.

