Wie lange dauert es, bis aus einer Idee eine produktive Branchenlösung wird?
Das hängt von der Lösung ab. Aber bei einer neuen Branchenlösung sprechen wir schnell von zwei bis drei Jahren vom ersten intensiven Austausch bis zu den ersten produktiven Kundinnen und Kunden. Man muss analysieren, konzipieren, entwickeln, zeigen, wieder Feedback einholen und iterativ weiterarbeiten. Man kann eine Branche nicht einfach schnell nebenbei erschliessen.
Welche Rolle spielen Vertriebspartner in diesem Prozess?
Am liebsten binden wir sie früh ein. Wichtig ist aber, dass sie motiviert sind und wirklich in die Branche investieren wollen. Es darf nicht darum gehen, einfach zusätzliche Stunden zu verkaufen. Wenn Partner von Anfang an dabei sind, verstehen sie später die Diskussionen und Entscheidungen viel besser.
Was braucht es neben der Software selbst, damit eine Branchenlösung erfolgreich wird?
Es braucht mehr als ein gutes Produkt. Es braucht Partner, Marketing, Business Development und den Austausch mit Verbänden. Eine Lösung im stillen Kämmerchen zu entwickeln, bringt nichts. Man muss sie erklären, zeigen und im Markt verankern. Verbände spielen dabei eine wichtige Rolle. Wenn sie von einer Lösung überzeugt sind, tragen sie diese Botschaft weiter. Das schafft Vertrauen in der Branche. Ganz wichtig ist unser Business Development und Produktmarketing. Sie erarbeiten frühzeitig Unterlagen und gehen zu potenziellen Kundinnen und Kunden, um aufzuzeigen, was wir entwickeln.
Wenn du drei bis fünf Jahre nach vorne blickst: Wie werden sich Branchenlösungen weiterentwickeln?
Die Anforderungen werden weiter steigen. Deshalb brauchen wir Menschen, die Branchen wirklich verstehen. Das gilt für uns, aber auch für unsere Partner. Wir sagen unseren Partnern deshalb immer wieder: Fokussiert euch auf einzelne Branchen, statt zu viele Märkte gleichzeitig abzudecken. Die Zeiten, in denen man vieles nur oberflächlich bedienen konnte, sind vorbei. Heute muss man die Sprache der Branche sprechen und ihre Prozesse kennen.
Wird Abacus laufend neue Branchen erschliessen?
Wir sind nicht ständig auf der Suche nach der nächsten Branche. Oft kommt ein Impuls von aussen – von Kundinnen und Kunden, Partnern oder Verbänden. Dann prüfen wir, ob es sinnvoll ist und ob wir mit unserer Software einen echten Mehrwert schaffen können. Aktuell beschäftigen uns die Spitex und verschiedene Baubereiche stark. Auch bei Architekten, Ingenieuren und Planern gehen erste Kundinnen und Kunden produktiv, und dann beginnt die nächste Phase: lernen, verbessern, vertiefen.
Man kann also nicht von Anfang an alles perfekt machen?
Nein. Das wäre unrealistisch. Man möchte natürlich von Anfang an alles richtig machen, aber das gelingt nie zu 100 Prozent. Man lernt mit den ersten Kunden, verbessert die Lösung und geht Schritt für Schritt tiefer. Wichtig ist, dass man diesen Prozess ernst nimmt und nahe an den Kunden bleibt.
Abschliessend gefragt: Was ist der entscheidende Vorteil von Abacus?
Dass wir Branchenwissen, Partner, Mitarbeitende und eine integrierte Software zusammenbringen. Unsere Partner und Mitarbeitenden denken sich immer wieder tief in Branchen hinein. Gleichzeitig haben wir mit Finanzen und Lohn sehr starke Kernbereiche. Wenn wir dazu den operativen Teil einer Branche abbilden, entsteht ein Gesamtpaket. Alles aus einer Hand – das ist unsere Vision, unsere Motivation und am Schluss auch der Grund, warum Kundinnen und Kunden zu Abacus kommen.