Entscheide über die Mehrwertsteuer stehen bevor

Die Mehrwertsteuer gibt zu reden: Die direkte Abrechnung der MWST mithilfe der Abacus Business Software wird bald Realität – die elektronische Einreichung geht in die Vernehmlassung. Die Abstimmung zur Altersvorsorge 2020, zur Teilrevision des MWST-Gesetzes und der Beschluss des Ständerates zum Sondersatz in der Hotellerie stehen ebenfalls an.

Die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) möchte einen direkten Draht zu Finanzsoftware-Lösungen wie der Abacus Finanzbuchhaltung legen. Zukünftig soll es so möglich sein, die MWST-Abrechnung aus der Abacus Finanzbuchhaltung online an die ESTV zu übermitteln. Bereits jetzt reichen Versierte ihre MWST-Abrechnung auf dem Online-Portal der ESTV elektronisch ein, statt das Papier-Formular auf dem Postweg einzureichen. Dank dem Zusammenspiel von Abacus und der ESTV könnte es in Zukunft noch einfacher sein, dem Papierkrieg zu entgehen.

Abacus hat eine erste Stellungnahme zum Projekt abgegeben. Eine XML-Schnittstellenspezifikation wird im Sommer 2017 erwartet. Die Schnittstelle soll über die Prozessplattform eCH führen. In einem nächsten Schritt gelangt sie in die Vernehmlassung.

Die Steuerverwaltung stellt folgenden Zeitplan für die Einführung der direkten MWST-Abrechnung in Aussicht:

  • Schnittstellenspezifikation Sommer 2017
  • Manueller Upload XML auf ESTV-SuisseTax ab 1. Quartal 2018
  • Lösung für B2B-Unternehmen ab 2020

Mögliche Veränderungen bei der Mehrwertsteuer
Im Zusammenhang mit der Volksabstimmung vom 24. September 2017 über die Altersvorsorge 2020 entscheidet sich, ob der Mehrwertsteuersatz sinkt oder nicht. Sagt das Volk zur Vorlage ja, bleibt die Mehrwertsteuer wie gehabt bei 8 Prozent. Bei einem Nein sinkt sie auf 7,7 Prozent. Je nachdem könnte es sich lohnen, grössere Leistungen im B2C-Verhältnis für das Jahr 2018 erst nach dem 24. September 2017 in Rechnung zu stellen, falls die MWST sinken sollte.

Und so wirkt sich die Abstimmung auf die Mehrwertsteuer aus:

Bei Annahme der Vorlage: 8.0 % (gleichbleibend)
Entfallende IV-Zusatzfinanzierung: - 0.4 %
Steuererhöhung FABI ab 01.01.2018: + 0.1 %
Steuererhöhung Reform Altersvorsorge 2020:+ 0.3 %

Bei Ablehnung der Vorlage 2020: 7.7 % (Reduktion 0.3%)
Entfallende IV-Zusatzfinanzierung: - 0.4 %
Steuererhöhung FABI ab 01.01.2018: + 0.1 %

Bei Ablehnung würden Leistungen, die das Jahr 2018 betreffen, ab September zum MWST-Satz von 7.7 % verrechnet. Wie sich die Mehrwertsteuer im Detail entwickelt, erklärt die ESTV hier.

Im Ausland erzielter Umsatz wird steuerpflichtig
Die Teilrevision des MWST-Gesetzes per 01.01.2018 verbessert die Wettbewerbsfähigkeit inländischer Unternehmen. Künftig sollen alle Unternehmen mehrwertsteuerpflichtig werden, wenn sie im In- und Ausland mindestens 100’000 Franken Umsatz aus Leistungen erzielen, die nicht von der Mehrwertsteuer ausgenommen sind. Gegenwärtig ist nur der im Inland erzielte Umsatz massgebend.

Details zur Teilrevision der Mehrwertsteuer sehen Sie hier.

MWST-Sondersatz für Beherbergungsleistungen bleibt gleich
Der Bundesrat ist mit einer weiteren befristeten Verlängerung des Mehrwertsteuer-Sondersatzes von 3,8 Prozent für Beherbergungsleistungen bis Ende 2027 einverstanden. An seiner Sitzung vom 12. April hat er seine Stellungnahme zuhanden des Parlaments verabschiedet.

Der Nationalrat hat Anfangs Mai beschlossen, dass der Sondersatz dauerhaft im Gesetz aufgenommen werden soll. Nun wird sich im Sommer noch der Ständerat mit dem Thema befassen. Sollte dieser gleicher Meinung sein wie der Nationalrat, wird der Sondersatz gesetzlich verankert.

Mehr Informationen zur Verankerung des Sondersatzes für Beherbergungsleistungen: